Pflichtangaben im Überblick
Ein Metallbau-Angebot ist ein rechtsverbindliches Vertragsangebot. Gerade bei größeren Stahlkonstruktionen – Treppenanlagen, Carports, Industrietore – geht es schnell um Auftragsvolumen von 10.000 bis 80.000 Euro. Bei Stahlkonstruktionen dieser Größenordnung zahlt sich Genauigkeit im Angebot spürbar aus.
Diese Angaben gehören auf jedes Metallbau-Angebot:
- Firmenangaben: Vollständiger Firmenname, Rechtsform, Geschäftsadresse, Telefon, E-Mail
- Steuernummer oder USt-IdNr.: Pflicht für alle Unternehmen. Kleinunternehmer nach § 19 UStG weisen keine Mehrwertsteuer aus.
- Kundendaten: Name und Adresse des Auftraggebers, Montageadresse wenn abweichend
- Angebotsnummer: Eindeutig und fortlaufend
- Datum und Gültigkeitsdauer: Empfehlung: 4 Wochen – Stahlpreise schwanken mit internationalen Rohstoffmärkten
- Projektbezeichnung: z. B. „Stahltreppe EFH, 3 Läufe, Geländer Edelstahl, Musterstraße 12" – wichtig für spätere Zuordnung
- Detaillierte Positionsliste mit Stahlsorte, Abmessungen, Oberflächenbehandlung und Arbeitsleistung (siehe nächster Abschnitt)
- Nettobetrag, 19 % MwSt., Bruttobetrag: Alle drei separat ausweisen
- Zahlungsbedingungen: Bei größeren Aufträgen üblich: 30 % bei Auftragserteilung, 60 % bei Lieferung, 10 % nach Abnahme
Bei Arbeiten am bewohnten Gebäude gegenüber Privatpersonen gilt zusätzlich die Widerrufsbelehrung nach § 312g BGB.
Empfehlenswert bei Sonderkonstruktionen: ein Hinweis auf die Planungsgrundlage – ob nach Kundenzeichnung, nach eigener Konstruktionszeichnung oder nach Aufmaß gefertigt wird. Das definiert die Verantwortlichkeit für Maßfehler klar.
Typische Positionen im Metallbau-Angebot
Bei einer komplexen Stahlkonstruktion klingt ein Pauschalpreis nach der schnelleren Lösung. Das Problem: Ändert der Kunde später die Oberflächenbehandlung, fehlt dir die Grundlage für eine saubere Nachberechnung. Material, Fertigung und Oberflächenbehandlung gehören als separate Abschnitte ins Angebot.
Stahlkonstruktionen – Material
| Position | Einheit | Hinweis |
|---|---|---|
| Flachstahl S235 (z. B. 60×8 mm) | lfd. Meter / kg | Abmessungen und Güte angeben; Preise schwanken |
| Vierkantrohr S235 (z. B. 60×60×3 mm) | lfd. Meter / kg | Wandstärke angeben |
| Edelstahl V2A / V4A (Rundrohr, Flachstahl) | lfd. Meter / kg | Güte (V2A oder V4A) und Oberfläche (geschliffen, gebürstet) angeben |
| Aluminiumprofile (Rechteckrohr, Winkel) | lfd. Meter / kg | Legierung angeben; teurer als Stahl, leichter |
| Gitterrost (Stahl, verzinkt) | m² | Maschenweite und Tragfähigkeit angeben |
| Riffelblech (Tränenblech) | m² | Stärke angeben (3, 4 oder 5 mm) |
Fertigungsarbeiten
| Position | Einheit | Beispielpreis netto |
|---|---|---|
| Zuschnitt (Säge, Plasma, Laser) | Stunde / Pauschale | 68 – 88 €/Std. |
| MAG-Schweißen (Stahl) | Stunde / Nahtlänge | 68 – 88 €/Std. |
| WIG-Schweißen (Edelstahl, Aluminium) | Stunde / Nahtlänge | 78 – 98 €/Std. |
| Schleifen und Entgraten | Stunde / m² | 55 – 75 €/Std. |
| Bohren und Gewindeschneiden | Stück / Stunde | 45 – 65 €/Std. |
| Biegen und Kanten (Abkantpresse) | Stunde / Pauschale | 68 – 85 €/Std. |
Oberflächenbehandlung
| Position | Einheit | Beispielpreis netto |
|---|---|---|
| Feuerverzinkung (extern, Fremdleistung) | kg / Pauschale | 1,80 – 3,50 €/kg |
| Pulverbeschichtung (extern, Fremdleistung) | m² / Pauschale | 18 – 45 €/m² |
| Grundierung (1-Schicht, im Haus) | m² | 8 – 16 € |
| Decklack (1-Schicht, im Haus) | m² | 10 – 20 € |
| Edelstahl schleifen (K240, spiegelnd) | m² / lfd. Meter | 22 – 45 €/m² |
Montage und Transport
| Position | Einheit | Beispielpreis netto |
|---|---|---|
| Montage beim Kunden (2 Monteure) | Stunde | 75 – 100 € |
| Ankerplatten / Dübel setzen (Mauerwerk) | Stück | 25 – 65 € |
| Transport (Werkstatt → Baustelle) | Pauschale | 80 – 250 € |
| Kran / Hubsteiger (Fremdleistung) | Stunde / Tag | 180 – 450 € |
Preise und Stundensätze 2026
Metallbaubetriebe gehören zu den kapitalintensivsten im Handwerk – Schweißanlagen, Plasmaschneider, Abkantpressen, CNC-Bearbeitungszentren. Die Maschinenkosten fließen direkt in den Stundensatz ein.
Stundenverrechnungssatz Metallbau 2026
| Region | Werkstattstundensatz netto | Montagestundensatz netto |
|---|---|---|
| Süddeutschland, Ballungsräume | 75 – 90 € | 82 – 98 € |
| NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz | 68 – 82 € | 75 – 90 € |
| Norddeutschland | 65 – 80 € | 72 – 88 € |
| Ostdeutschland | 52 – 68 € | 58 – 75 € |
WIG-Schweißen (Edelstahl, Aluminium) wird wegen höherer Qualifikationsanforderung und langsamerem Arbeitstempo typisch mit einem Aufschlag von 10–15 % auf den MAG-Schweißstundensatz abgerechnet.
Stahlpreise und Materialaufschlag
Stahlpreise schwanken mit dem internationalen Rohstoffmarkt erheblich – teils um 20–40 % innerhalb eines Jahres. Deshalb:
- Gültigkeitsdauer maximal 4 Wochen bei materialintensiven Aufträgen
- Materialaufschlag 15–25 % auf den Einkaufspreis für Lagerung, Verschnitt und Transportkosten
- Bei Edelstahl und Aluminium häufig 25–35 % wegen höherem Materialwert und Lagerrisiko
- Fremdleistungen (Verzinkung, Pulverbeschichtung) mit 10–15 % Aufschlag für Koordination und Haftung weitergeben
Werkstatt- vs. Montagestundensatz
Im Metallbau ist die Trennung zwischen Werkstatt- und Montagestundensatz besonders wichtig – weil Montagearbeit auf der Baustelle oft unter erschwerten Bedingungen stattfindet: Arbeit in der Höhe, Witterungseinflüsse, beengte Verhältnisse, fremdes Gerüst.
| Werkstatt | Montage auf der Baustelle | |
|---|---|---|
| Bedingungen | Kontrolliert, alle Maschinen vor Ort | Witterung, Höhenarbeit, beengt |
| Werkzeug | Vollständige Maschinenausstattung | Mobile Handwerkzeuge, Akkumaschinen |
| Produktivität | Hoch, keine Unterbrechungen | Niedriger, Abhängigkeiten von anderen Gewerken |
| Zusatzkosten | Keine Fahrt, kein Gerüst | Fahrtzeit, Gerüst oder Hubsteiger, Parkgebühren |
| Empfohlener Aufschlag | Basis | +10 – 15 % auf Werkstattsatz |
Beide Sätze im Angebot separat ausweisen – das ist transparent für den Kunden und schützt bei montageintensiven Aufträgen vor Unterdeckung.
Wann ein Kostenvoranschlag sinnvoller ist
Bei Sanierungen an bestehenden Stahlkonstruktionen – Austausch korrodierter Teile, Verstärkungsarbeiten an Altbauten, Reparaturen an beschädigten Geländern – ist ein Kostenvoranschlag nach § 650 BGB oft die bessere Wahl: Der tatsächliche Zustand wird erst nach dem Öffnen oder Demontieren sichtbar. Bis 20 % Abweichung sind zulässig; alles darüber gehört rechtzeitig kommuniziert, nicht erst auf der Endrechnung.
Häufige Fehler beim Metallbau-Angebot vermeiden
- Stahlsorte nicht angegeben: „Stahl" ist kein vollständiger Materialbeschrieb. S235, S355, Edelstahl V2A oder V4A, Aluminium EN AW-6060 – das sind unterschiedliche Materialien mit unterschiedlichen Preisen und Eigenschaften. Immer Güte und Abmessungen angeben.
- Oberflächenbehandlung pauschaliert: Feuerverzinkung, Pulverbeschichtung und Lackierung haben sehr unterschiedliche Preise und Qualitäten. Immer als eigene Positionen mit Verfahren und Schichtdicke angeben.
- Fremdleistungen nicht separat: Verzinkerei, Pulverbeschichtung oder Laserdienstleistungen durch Fremdbetriebe gehören als eigene Positionen mit Fremdleistungsaufschlag – nie im allgemeinen Stundensatz verstecken.
- Gültigkeitsdauer fehlt: Stahlpreise können sich innerhalb weniger Wochen deutlich verschieben – ohne Fristangabe trägst du das Risiko.
- Kran und Hebetechnik vergessen: Bei schweren Stahlkonstruktionen sind Kran oder Hubsteiger oft nötig. Als eigene Position ausweisen – sonst trägst du die Kosten selbst.
- Planungsgrundlage unklar: Wer nach Kundenzeichnung fertigt und die Maße stimmen nicht, hat ein Problem. Im Angebot klar angeben ob nach eigener Konstruktionszeichnung, nach Kundenzeichnung oder nach Aufmaß gefertigt wird.
- Abschlagszahlungen nicht geregelt: Bei Auftragsvolumen über 5.000 Euro sind Abschlagszahlungen branchenüblich und schützen vor Liquiditätsengpässen bei teuren Materialbestellungen.
Häufige Fragen
Was muss in ein Metallbau-Angebot?
Pflichtangaben: Firmenangaben mit Steuernummer, Kundendaten, Angebotsnummer, Datum, Gültigkeitsdauer und Projektbezeichnung. Am wichtigsten ist eine nachvollziehbare Positionsliste mit Stahlsorte, Abmessungen, Fertigungsarbeiten, Oberflächenbehandlung und Montage als separate Abschnitte. Am Ende Nettobetrag, 19 % MwSt. und Bruttobetrag.
Was kostet ein Metallbauer pro Stunde 2026?
Werkstattstundensatz je nach Region zwischen 52 und 90 Euro netto. Montagestundensatz 10–15 % darüber. WIG-Schweißen (Edelstahl, Aluminium) typisch mit Aufschlag auf den MAG-Stundensatz. Süddeutschland und Ballungsräume am oberen Ende, Ostdeutschland am unteren.
Wie kalkuliert ein Metallbaubetrieb den Preis für eine Stahlkonstruktion?
Materialkosten (Stahl nach Gewicht oder Länge mit Aufschlag 15–25 %) + Fertigungszeit (Zuschnitt, Schweißen, Schleifen) + Oberflächenbehandlung (Verzinkung, Pulverbeschichtung) + Montagestunden + Transport. Bei Sonderkonstruktionen zusätzlich Konstruktions- und Planungszeit.
Wie lange ist ein Metallbau-Angebot gültig?
Üblich sind 4 bis 6 Wochen. Bei materialintensiven Aufträgen sind 4 Wochen sinnvoll – Stahlpreise schwanken mit den internationalen Rohstoffmärkten erheblich. Ohne diese Angabe hast du keine Handhabe, wenn der Kunde Wochen später auf den alten Preis besteht.
Was ist der Unterschied zwischen MAG- und WIG-Schweißen im Angebot?
MAG-Schweißen (Metall-Aktivgas) ist schneller und günstiger – typisch für Stahl S235/S355. WIG-Schweißen (Wolfram-Inertgas) ist langsamer, präziser und teurer – notwendig für Edelstahl und Aluminium, wo saubere Nahtoberflächen gefordert sind. Beide Verfahren sollten im Angebot als separate Positionen ausgewiesen sein wenn beide verwendet werden.
Wann ist ein Kostenvoranschlag beim Metallbau sinnvoller?
Bei Sanierungen an bestehenden Stahlkonstruktionen wenn der tatsächliche Zustand erst nach Demontage sichtbar wird – Korrosionsschäden, unbekannte Verbindungen, nicht mehr verfügbare Profile. Bis 20 % Abweichung sind zulässig; alles darüber gehört rechtzeitig kommuniziert, nicht erst auf der Endrechnung.